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"Was soll denn DER Mist?" Es ist morgens, kurz vor Neun Uhr - sowieso nicht meine Lieblingstageszeit - und ich stehe an einer Straßenecke Ulan Bators und warte auf ein Auto. Neben mir friert Andi und ein paar Meter entfernt telefoniert Nyam. Wir haben ihn einen Tag vorher in einem etwas chaotischen Treffen kennengelernt, das sich eigentlich um unseren Trip aufs Land drehen sollte. Letztlich ging es mehr um diverse Fotokameras.

Nyam ist nach zehn Jahren in Deutschland, wahrscheinlich der Mongole mit dem besten Deutsch im ganzen Land und wird für uns zwei Tage lang den Guide spielen, während wir in einem Ger-Camp im mongolischen Nationalpark Terelj residieren und die Gegend erwandern wollen.

Es ist also kurz vor Neun, kalt und fängt gerade an zu schneien. Kein guter Start, denke ich mir.

Zugegeben, es sind keine dicken, weißen Plüschflocken wie im alljährlichen Disney-Weihnachtsfilm. Es ist aber auch kein Hagel oder kein Regen. Was da vom Himmel kommt ist Schnee. Man hatte uns gewarnt, es könne schon kalt werden. Der mongolische Sommer geht allen Aussagen nach acht Wochen und spielt sich im Juli und August ab. Wir haben Anfang September. "Big Deal!", dachte ich mir und nun stehen wir fröstelnd mit diversen Kleidungsschichten in UB und hoffen, dass die Karre endlich kommt.

Wenig später ist der Wagen endlich da und wir machen uns auf den Weg die Stadt zu verlassen. UB ist auf dem besten Weg eine Metropole zu werden und fängt schon direkt damit an die Straßen standesgemäß zu verstopfen und so zieht sich der Weg aus der Stadt hinaus. Ich kämpfe noch immer mit meiner Erkältung. Zu Hause hätte ich mich drei Tage auf die Couch gelegt und die Decke über den Kopf gezogen bis ich von selbst genesen wäre. Hier bin ich auf Reisen und wir wollen schließlich etwas erleben. Also nichts mit drei Tage Auszeit und so nimmt sich der Körper eben was er kriegen kann.

Eine Decke habe ich zwar nicht, dafür aber X Schichten Klamotten und so schlafe ich noch im Sitzen ein, bevor unser fahrbarer Schuhkarton auch nur die Vorstädte hinter sich gelassen hat. Es ist ein unruhiger, unbequemer Schlaf, ich wache immer wieder auf, die Szenen vor dem Wagenfenster scheinen immer unwirklicher zu werden.

Vor dem Wagenfenster erstreckt bis zum Horizont nur braungrünes Grasland. Es wirkt wie eine Mondlandschaft. Gebäude und Personen stehen heraus wie auf dem Präsentierteller. Dem Auge fehlen Referenzpunkte und im ersten Moment rätsel ich wie weit Objekte entfernt sind, bevor mir die Augen zufallen.

Augen auf und ich sehe eine Fabrik. Es sieht total seltsam aus, fast wie ein im Computer erzeugtes Bild. Es scheint keine Straße dorthin zu geben, mitten auf der endlose erscheinenden, grünen Fläche ein qualmender Schornstein, eine großer Hallen-Kubus und außen rum ein Gewusel an Stahlstrukturen und Röhren. Kein Mensch ist zu sehen. Haben sie das Ding aus einem Flugzeug abgeworfen und seitdem arbeitet sie vor sich hin?

Augen auf und ich sehe Adler die auf Stangen neben der Straße sitzen, die Flügel in den Wind gelegt, dahinter stehen zwei Kamele und schauen unter ihren langen Wimpern unbeteiligt auf die Straße. Wo zu Teufel sind wir hier eigentlich? Ist das die Gobi? Seit wie viel Tagen schlafe ich schon in diesem Auto?

Irgendwann komme ich wieder zu mir, mein Rücken schmerz und wirklich erholt fühle ich mich auch nicht, dafür deutlich weniger desorientiert. Ganz sicher bin ich nicht ob ich geträumt habe oder wirklich wach war.

DSCF5141 Umleitung auf Mongolisch

Unser Wagen gleitet noch relativ sanft über eine Straße, die jedoch zu Ende geht. Offensichtlich wird hier gerade modernisiert und die Straße ist gesperrt. In der Mongolei bauen sich Umleitungen selbst. Quer über die Straße wird ein etwa einen Meter Hoher Erdwall gebaggert. Nun ist es dem Autofahrer überlassen sich einen Umweg zu suchen. Wie von Zauberhand entstehen Fahrspuren rund um die Umleitung. Die beliebteste erkennt man am ausgefahrenen Zustand. Hier wäre ich gerne mal mit einem Geländemotorrad unterwegs!

Einige Umleitungen später hat sich die Gegend verändert. Die rollenden Hügel sind größer geworden und wir sehen immer mehr Gruppen von Bäumen, die sich irgendwann sogar zu richtigem Wald verdichten. Vor kurzem haben wir die Einfahrt zum Nationalpark passiert. Mich erinnert es hier etwas ans Alpenvorland. Man könnte den uns umgebenden Hügel abnehmen, das sie sich hinter dem Horizont wirklich zu Bergen aufschwingen.

Wir machen einen kurzen Halt am Turtle Rock, einem großen Felsen, der an eine Schildkröte erinnern soll. Ganz nachvollziehen kann ich es nicht, aber vielleicht bin ich auch noch nicht richtig wach.

DSCF4978 Keine Umleitung, eine fast normale Straße

Später wird es noch einmal interessant, wir sind von der Hauptstraße und ihren Umleitungen abgebogen und kommen nur noch langsam voran. Der Weg besteht aus viel Matsch und Schlammlöchern und unser Fahrer muss immer wieder den Allradantrieb zuschalten um durch zu kommen. Es scheint auch keiner so wirklich zu wissen, wo wir eigentlich hin müssen. Ein klärendes Telefongespräch später treffen wir die Betreiberin unseres Camps, sie steigt mit ins Auto und dirigiert uns auf den richtigen Weg. Wir durchqueren noch einen breiten Bach und stehen plötzlich vor unseren den Jurten.

Die Mongolischen Jurten oder "Ger" sind etwas ganz Besonderes. Kreisrunde Zelte mit einem Ofen in der Mitte. Sie werden von den Nomaden schon seit weißder Geier wie lang benutzt um in einem Land mit dem wahrscheinlich rauestem Klima zwischen den beiden Polen ganzjährig draußen zu leben. Unser Zelt hat einen bunten Kunststoffboden, zwei knallharte Betten, einen Tisch, zwei Sessel und eine drittes knallhartes Bett zum Sitzen zu bieten. In der Mitte steht der obligatorische Ofen und Holz zum Heizen gibt es auch. Traditionell wird eine Jurte ohne einen einzigen Nagel aufgebaut und ruht im Wesentlichen auf zwei verziehrten Holzpfählen.

Mongolische Gemütlichkeit Mongolische Gemütlichkeit

Um durch die Tür einzutreten müssen wir uns bücken, doch ich bin überrascht wie geräumig das Innere eigentlich ist. Durch einen mit Plastikplane überspannten Bereich in der Mitte dringt überraschend viel Licht in hinein. Hier kann man es aushalten, denke ich mir unwillkürlich.

DSCF5081 IN UNSERER JURTE

Die sanitären Anlegen unseres Zeltplatzes bestehen einerseits aus einem tiefen Loch im Boden, um das man ein Haus gebaut hat und - am anderen Ende - einem Bach mit eiskaltem Wasser. Na gut, wir sind auch nicht hier um Wellness zu machen. Frischwasser kommt dafür frisch aus einer Quelle und schmeckt wunderbar.

DSCF5092 Beim Wasser holen.

Immer noch ziemlich angeschlagen beschließen wir den Tag erstmal spazieren zu gehen und uns größere Anstrengungen für den nächsten Tag aufzuheben. Der Plan gestaltet sich allerdings gar nicht so einfach, wir stellen nämlich recht bald fest, das wir anscheinend auf einer Insel gelandet sind. Rund um unser Camp fließen noch mehr Ausgaben des eiskalten Baches. Es hat diesen Sommer wohl viel geregnet und nun ist die ganze Gegend durchzogen von solchen strömen. Teils finden wir umgestürzte Baumstämme und andere Behelfsbrücken, viel Lust über das kalte Nass zu balancieren hat aber keiner von uns und so kehren wir alsbald zu unserem Zelt zurück.

Der Tag vergeht aber auch ohne größere Wanderung durchaus vergnüglich und vor allem interessant. Nyam entpuppt sich dabei als super Gesprächspartner, dem wir ein Loch in den Bauch fragen. Seine Ausführungen zur Mongolei und der mongolischen Lebensweise geben uns einen besonderen Einblick, da er sie auch in Beziehung zu seinen Erfahrungen in Deutschland setzen kann. So lernen wir, das die Leute fettes Fleisch bevorzugen, das traditionelle Essen eigentlich entweder Suppe ist oder im Fall von Fleisch und Käse so konserviert wird, das es sich mindestens das ganze Jahr hält, dafür aber stundenlang gekaut werden muss, Gemüse kaum gegessen wird, viele Mongolen eine deutliche Abneigung dem südlichen Nachbarn China gegenüber verspüren und manch ein moderner Stadtbewohner sein Haus nur für den Sommer benutzt, im Winter aber lieber mit Kind und Kegel in die Jurte zieht. Nebenbei lernen wir noch ein mongolisches Kartenspiel.

Tag Nummer zwei und so richtig aufstehen will ich nicht. Ich stecke den Fuß unter der Decke hervor und ja, es ist kalt. Das hätte ich mir zwar schon anhand der lustigen Dampfwölkchen denken können, die aus meinen Atemlöchern strömen, aber manchmal will man einfach sicher gehen. Nachts mal kurz vor die Tür zu gehen war auch schon ein intensives Erlebnis. Allerdings nicht nur wegen der Kälte.

Ich hatte lange damit gehadert, aber so gegen drei Uhr war es soweit. Es bleibt eben nicht ohne Folgen, sich den ganzen Tag über mit schwarzem Tee zulaufen zu lassen. Na gut, schnell in die Hosen gesprungen, die Füße in ein paar Schuhe gesteckt und eine Jacke übergeworfen. Alles am besten auch ohne Andi zu wecken. Unser Ofen ist längst aus und ich stehe kurz davor mit den Zähnen zu klappern. Es ist locker um die Null Grad. Zum Glück habe ich mir am Tag vorher noch eine Kaschmir-Mütze in UB gekauft. Wenigstens die Ohren bleiben warm.

DSCF5072 Zum Örtchen

Ganz zum Toilettenhäuschen schaffe ich es nicht. Wäre auch keine gute Idee, bei meinem Glück verschwinde ich in der Dunkelheit selbst im Loch. Während ich also auf der Wiese stehe und langsam aber sicher von einer selbst erzeugten Nebelschwade eingehüllt werde hebe ich den Kopf und der Anblick lässt mich kaum wieder los. Ich habe erst einmal in meinem Leben in einen Sternenhimmel geblickt, in dem ich nicht nur Sterne sondern, sogar ganze Galaxien unterscheiden konnte. Damals war ich in Myanmar, saß in einem Zug der langsam auf Rangoon zurollte und steckte meinen Kopf aus dem Fenster, während mir die Ratten über die nackten Füße huschten.

Es gibt Momente, die begleiten einen für den Rest des Lebens.

Schließlich stehe ich wirklich auf, in Ermangelung einer Dusche kratze ich mich wenigstens ausführlich an allen wichtigen Stellen und putze mir die Zähne. Wandern also, so richtig danach fühle ich mich zwar noch nicht, aber was soll's? Noch einen Tag nur im Camp sitzen mag ich nun auch nicht.

Freizeitvergnügen: Schnell ein paar Körbe werfen Freizeitvergnügen: Schnell ein paar Körbe werfen

Nach dem Frühstück erfahren wir, das unsere Campbetreiberin in die Stadt will und daher zum Bus muss. Gut für uns, denn die Dame kennt den Weg über diverse Naturbrücken aus unserem mongolischen Inselparadies. Sie hat einen flotten Schritt drauf uns wir kommen kaum hinterher. Es geht über umgestürzte Baumstämme genauso wie über eigens angefertigte Minibrücken. Manchmal etwas abenteuerlich aber mit etwas Hilfe immer zu schaffen.

Immer noch ein beliebtes Verkehrsmittel auf dem Land. Natürlich mit All-Huf-Antrieb! Immer noch ein beliebtes Verkehrsmittel auf dem Land. Natürlich mit All-Huf-Antrieb!

Kaum marschieren wir los, wird neben uns eine Pferdeherde durch Fluss getrieben und mir wird sofort klar, warum die Tiere auf dem Land noch immer ein beliebtes Verkehrsmittel sind. Das kalte Wasser scheint ihnen wenig auszumachen und mit ihrem All-Huf-Antrieb durchqueren sie auch Schlammlöcher und ausgewaschene Wege ohne Probleme. Zudem erzeugen große Pferde wie von selbst kleine Pferde. Ein klarer Vorteil dem Auto gegenüber, das sich von selbst höchstens in einen Haufen Ersatzteile verwandelt.

Nur nicht nach unten schauen! Andi auf einer guten Brücke. Nur nicht nach unten schauen! Andi auf einer guten Brücke.

Wir entscheiden uns willkürlich einen der näheren Berge zu erklimmen. Groß ist er nicht, aber das sind unsere Ambitionen auch nicht, außerdem verspricht er einen schönen Ausblick. Es wird eine gemütliche Wanderung, auf der wir uns immer wieder ausgiebig unterhalten, Pausen machen und unsere Lunchpakete genießen. Unterwegs zeigt uns Nyam immer ein paar essbare Pflanzen. Viel wächst zwar eigentlich nicht, aber wir finden wilde Erdbeeren und wild wachsende Preisselbeeren, an denen sich Nyam und Andi gütlich tuen. Ich bin lieber vorsichtig, da ich zum Husten nicht auch noch eine Allergie bekommen will.

Schöne Aussicht. Schöne Aussicht.

Die Gegend ist zwar keine atemberaubenden Attraktionen, brennende Dornbüsche oder andere Spektakel zu bieten, schaut man aber etwas genauer hin, finden sich viele interessante Dinge. Unterwegs kommen wir durch ein Dorf und schnappen uns vorsorglich ein paar Steine. Wie fast alle Tiere in der Mongolei sind auch die Wachhunde halb wild. Offensichtlich lernen sie aber schon früh, wie unangenehm geworfene Steine sein können und trollen sich dann. Anlass sie zu benutzen haben wir glücklicherweise nicht.

Aufstieg fast geschafft: Nyam wartet auf uns. Aufstieg fast geschafft: Nyam wartet auf uns.

Immer wieder kommen wir an von Menschenhand aufgerichteten Steinhügeln vorbei. Im traditionellen, animistischen Glauben haben Berge, Flüsse und andere Naturphänomene ihren eigenen Geist. Mit diesem stellt man sich gut, indem man einem solchen Steinhügel drei eigene Steine hinzufügt und drei mal im Uhrzeigersinn um ihn herum geht.

Heiliger Hügel Heiliger Hügel

Anders als man es vielleicht erwarten könnte, ist der Nationalpark nicht so etwas wie ein Freiluftmuseum für Natur: anschauen erlaubt, bitte nicht anfassen, Weg nicht verlassen. Statt dessen leben hier einige Nomadenfamilien und halten auch Tiere, so treffen wir immer wieder auf diverse Hinterlassenschaften, sehen des öfteren andere Jurten und treffen auch auf einige halb frei lebende Tiere. Eingezäunt scheinen sie nicht zu sein und ich finde vor allem die Kreuzungen aus Yak und Rind interessant. Sie sehen aus wie sehr zottelige Rinder, scheinen aber deutlich gelassener und lassen sich auch problemlos fotografieren, während die Rinder lieber schnell auf Abstand gehen.

Der Tag vergeht schnell und zum Schluss treffen wir noch auf einen kleinen Dorfladen, in dem wir uns mit einer frischen Ladung Taschentücher für die triefenden Nasen versorgen und auch noch drei Bier für den Abend mitnehmen.

Abgelichtet! Andi freut sich über den heiligen Baum. Abgelichtet! Andi freut sich über den heiligen Baum.

Am nächsten Morgen soll es aufs Wasser gehen. Wir frühstücken im Sonnenschein, schauen den beiden kleinen Mädels vom Zeltplatz noch etwas beim Spielen zu und steigen schließlich wieder in unseren Bus. Auf dem Web zum Fluss bringen wir noch eine ganz besondere Attraktion unter. Das größte Reiterstandbild der Welt!

Der Klunker steht mitten im Nirgendwo über 50km vom UB entfernt. Eigentlich sollte darum eine Art Themenpark entstehen, aber viel ist davon nicht zu erkennen und so steht mitten in der Mongolischen Mondlandschaft - angeblich fand der berühmteste Mongole genau hier einst eine goldene Gerte - dieser metallerne Reiter. Es ist ein unwirklicher Anblick, um es schonend auszudrücken.

Mal wieder eine Superlative! Das größte Reiterstandbild der Welt. Mal wieder eine Superlative! Das größte Reiterstandbild der Welt.

Nur wenig davon entfernt, bringen wir unser Boot zu Wasser. Nyam verabschiedet sich von uns und wir nehmen uns vor über Facebook in Kontakt zu bleiben. Unser neuer Guide entpuppt sich als etwas wortkarger aber nicht unsympathischer junger Mongole.

Der Tuul fließt im wesentlichen recht ruhig und nur ab und zu wird er etwas flach, so das wir sanft auf Grund laufen und am Boot ruckeln müssen um weiter zu kommen. Einmal muss unser Guide aussteigen und schieben. Das Paddeln ist fast meditativ und erst ganz zum Schluss fällt uns auf, das wir noch kein einziges Foto gemacht haben.

DSCF5161 Gar nicht ungemütlich. Camping am Fluß.

Ein Versäumnis, dass wir schon Abends im Camp anfangen nach zu holen, bevor wir erschöpft in die Schlafsäcke kriechen.

Der Herbst steht hier schon in voller Pracht und die Bäume am Fluß tragen Braun und Rottöne. Wir kommen immer wieder an einzelnen Jurten und Tierherden vorbei. Ich finde es faszinierend, das die Tiere hier scheinbar völlig unbeaufsichtigt durchs Land ziehen. Einerseits: Was soll schon passieren? Bis zum Horizont ist meist außer Landschaft nichts zu sehen. Andererseits: Wie finden die Leute jemals ihre Herden wieder?

DSCF5190 Gute Weidegründe: Nomaden am Tuul

Das Wetter gibt sich unstetig, scheint die Sonne ist es angenehm warm, doch verschwindet sie wieder hinter einer Wolke wird es ganz plötzlich gefühlte zehn Grad kälter. Der Höhepunkt des Umschwungs kommt pünktlich zum Mittagessen. Erst fängt es leicht an zu tröpfeln, kaum haben wir uns in unsere Regenkleidung geworfen, schon geht die Welt unter. Zunächst übergießt uns eisiger Regen, dann fängt es an zu Hageln. Uns bleibt nichts übrig, als uns mit dem Rücken zum Wind zu stellen und zu hoffen, das es bald vorüber geht.

Zehn lange Minuten später ist der ganze faule Zauber vorbei und die Sonne grinst hämisch vom Himmel.

Paddeln auf dem Tuul. Paddeln auf dem Tuul.

Ich bin froh drum, hätte das tatsächlich angehalten, wäre uns wohl nicht geblieben als die Zelte aufzuschlagen und zu hoffen das die Welt über Nacht nicht untergeht. So leeren wir das Wasser aus dem Boot und machen uns wieder auf den ab da problemlosen Weg um uns einige Stunden später ein weiteres Mal in die scheinbar fast ganztägige Rush-Hour von UB einzureihen.