[caption id="attachment_481" align="alignnone" width="720"]Noch ist alles ganz entspannt: Andi am Bahnhof (Beijing) Noch ist alles ganz entspannt: Andi am Bahnhof (Beijing)[/caption]

So fühlt sich also der Lachs kurz vor dem Laichen, während er zusammen mit tausenden anderen Lachsen einen viel zu schmalen Strom erklimmt, um eine fernes Ziel zu erreichen, an dem er seine Last abwerfen kann.

In meinem Fall ist das ferne Ziel der Ausgang des Pekinger Bahnhofes und um mich herum stöhnen, schwitzen und schleppen tausende andere ihre Koffer, Taschen und Tüten. Stehen bleiben ist genauso wenig möglich wie sich Flügel wachsen zu lassen und einfach abzuheben. Ich würde sagen, ich fühle mich wie eine Sardine in der Büchse. Der Büchsensardine fehlt allerdings die Impetus sich vorwärts zu bewegen. Vielleicht fühlt sich so die Sardine in der Rohrpost?

Nach der Mongolei sind wir nun in einer ganz anderen Welt. Dieses Gefühl überfällt uns sofort und meine erste, instinktive Reaktion wäre unverzüglich in den schützenden Cocon unseres Bahnabteils zurück zu kehren. Hach ja, schön ist es völlig stressfrei die Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen und absolut gar nichts tun zu müssen. Schon gar nicht als Bestandteil eines Menschenschwarmes durch eine Bahnhof zu strömen. Ich muss mich fast zur Besinnung rufen. Hochzeitsreisen ist schließlich kein Ponyhof!

Endlich dem engen Schlund des Bahnhofes entkommen ist gleich alles wieder besser. Nach etwas hin und her finden wir auch schnell die drei Kilometer lange Schlange am Taxi-Schalter. Natürlich geistern auch wieder die üblichen Schlepper um die Schlange herum.

Diese Typen hat wahrscheinlich jeder schon mal erlebt, der sich ab und an ausserhalb der westlichen Welt bewegt. Erst ganz freundlich, wo denn der liebe Tourist hin will. Ach herje, heute fahren ja gar keine Taxis. Doch doch, nein nein! Aber nur nicht verzweifeln, man könnte da vielleicht etwas machen. Ja, ja! Man ist doch befreundet mit dem Polizeichef und dessen Bruder - wie der Zufall so will - der fährt doch das beste Taxi der ganzen Stadt!

"Ganz sicher Jungs", denke ich mir, nachdem wieder mal einer der Unsympathen vorbei schaut und mir ruppig "Hey Mister, Taxi!" ins Ohr blökt. Normalerweise kann man diese Typen ganz gut wegignorieren. Irgendwann wenden sie sich leichterer Beute zu. Nur einer macht mir etwas Sorgen. Er ist etwas älter, und scheint mir etwas tollwütig. Nicht nur das er den Leuten um uns herum ein Taxi nicht anbietet sondern scheinbar im Kasernenhofton wahllos irgendwelche Passanten anschreit, er scheint mir auch kognitiv nicht nur leicht beeinträchtigt. So kommt er jetzt schon zum dritten Mal bei uns vorbei, schreit "TAXI WHERE YOU GO?!" und erwartet eine andere Antwort als beim letzten Mal.

Ich gebe mir Mühe ganz gelassen zu bleiben und winke einfach nur ab. "The definition of madness is doing the same thing and expecting a different result", habe ich mal bei den Hives gehört.

Als der Typ das nächste Mal vorbei kommt beginnt er plötzlich einen Wartenden hinter uns zu schubsen und gegen die Schulter zu schlagen. Sein Opfer, augenscheinlich in Begleitung seiner Frau, gibt sich große Mühe ruhig zu bleiben. Jetzt bloß nicht das Gesicht verlieren, scheint er zu denken. Tollwutschlepper wird augenscheinlich immer wilder, schreit auf Chinesisch auf ihn ein, bevor er weiter zieht.

Das Letzte was ich will, ist mich auf diesem Bahnhofsvorplatz einer mir völlig fremden Stadt mit jemanden Streiten, der offensichtlich sowieso völlig jenseits der Vernunft und wahrscheinlich auc der Legalität operiert. Allerdings will ich lieber des Teufels haarige Arschbacke küssen bevor ich mich, oder noch schlimmer Andi, von einem tollwütigen und größenwahnsinnigen Taxischlepper wie Kaugummi unter der Schuhsolle behandeln lasse. "Am besten direkt auf die Zwölf sowie er die Hand an dich legt und dann ab durch die Mitte!", besseren Rat hat meine innere Stimme leider nicht auf Lager.

Glücklicherweise zieht er an uns vorbei und geht die Tauben im Park anschreien, einen Sack Reis in China umwerfen oder zur Entspannung seinen Kopf im Schraubstock einspannen. Auf jeden Fall ist er erstmal weg und ich atme auf.

Irgendwann haben wir endlich das Ende der Taxischlange erreicht und siehe da, wer materialisiert sich in einer Schwefelwolke, scharrt mit seinen Hufen und klimpert mit dem Dreizack? Langsam glaube ich, als sie ihn aus dem Baum geschüttelt haben, hat er auf dem Weg nach unten aber auch jeden Ast mitgenommen. Wir sitzen im Taxi, haben dem Taxifahrer schon die Adresse überreicht und er schreit uns tatsächlich immer noch irgendwelche Phantasiesummen zu, während er den Kopf zum Fenster rein steckt.

Ein saftiges, deutsches Klassikerzitat später fahrend wir endlich los. Anscheinend ging Tollwutschlepper auch dem Taxifahrer auf die Nerven, denn schon kurz später halten wir wieder an. Unser Taxifahrer hat keine Ahnung wo er überhaupt hin muss und ruft erst mal beim Hostel an. Als wir schließlich dort ankommen, erfahren wir, das wir eigentlich in ein anderes Hostel gehören, zu dem wir schließlich gefahren werden.

Ich rechne nun fast schon damit nach der Odyssee in einer Bruchbude vor den Toren der Stadt einquartiert zu werden, aber das neue Hostel entpuppt sich nicht nur als deutlich schöner, sondern glänzt auch noch durch eine bessere Lage.

Abends machen wir uns auf die Socken um essen zu gehen. Die Mädels aus dem Hostel zeigen uns ein Gebiet auf der Karte. Soll schön sein dort, irgendwie auch was zu futtern geben. Auf der Karte sieht es nett aus, da ist ein See.

Auf den ersten Blick finde ich Peking irgendwie ganz... ich kann es gar nicht sagen. Es ist eine Mischung aus interessant und unspektakulär.

Interessant finde ich all die Fahrradfahrer, es ist wohl doch kein Klischee; das scheinbar halb Beijing auf elektrischen Mopeds lautlos durch die Gegend surrt; die ganzen kleinen, lebendigen Seitengassen; die bunten Leuchtreklamen und Läden. Völlig unspektakulär erscheinen mir all die Supermärkte und Banken, die breiten Straßen mit dem dichten Verkehr, all die westlichen Dinge, die man schon tausend Mal gesehen hat.

[caption id="attachment_475" align="alignnone" width="720"]Inliner, kein Licht, Tarnkleidung. Der mutigste Mann in ganz Peking? Inliner, kein Licht, Tarnkleidung. Der mutigste Mann in ganz Peking?[/caption]

Eines wird mir wieder einmal klar:  erste Eindrücke sind unheimlich wichtig und gleichzeitig völlig für die Katz'.

Ja, sie bestimmen manchmal nachhaltig unser Bild von etwas. Leider sehen wir auf den ersten Blick doch nur das, was wir von vornherein sehen wollen, folgen doch nur den eingefahrenen Mustern unserer Kognition.

[caption id="attachment_473" align="alignnone" width="720"]DSCF5390 Kein Photoshop, ein chinesischer Drache (Beijing)[/caption]

Am See angekommen stehen wir mitten in etwas, das ich mal vorsichtig als Tohuwabohu beschreiben will. Neben mir flattert der längste Drache in der Luft, den ich in meinem gar nicht mehr so jungen Leben bis dato gesehen habe. Leute spielen Ball oder tanzen. Es gibt offensichtlich Zuckerwatte und andere Leckereien. Wir sind in Houhai, was mir bis dato mal so gar nichts bedeutet hat. Später wird mich Wikipedia aufklären: "... especially popular with foreign tourists visiting Beijing and is also often visited by the expatriate community and the younger generations of locals."

[caption id="attachment_479" align="alignnone" width="720"]Unterwegs in Huohai (Peking) Unterwegs in Huohai (Peking)[/caption]

Am nächsten Morgen steht die verbotene Stadt auf dem Plan. Muss man einfach gemacht haben, denken wir uns. Natürlich unterschätzen wir die Entfernung völlig und kommen statt vor den Touristen, mit den Touristen an. Und was sich für Massen in die verbotene Stadt ergießen! Es scheint als wollte das Chinesische Volk die knappe 500 verbotenen Jahre der Verbotenen Stadt in den nächsten 24 Stunden wieder aufholen.

Hat man nicht - wie ich - viel zu viele Kung-Fu Filme gesehen, könnte man das Innere fast als als Antiklimax empfinden. Ich sehe natürlich vor meinem inneren Auge leichtfüßige Kämpfe von Dachgiebel zu Dachgiebel springen, den Kaiser zu einem Tausendköpfigen Heer sprechen und Inbtrigante Eunuchen leisefüßige Meuchelmörder beauftragen.

Abgesehen davon scheint die verbotene Stadt zunächst mal vor allem eines zu bieten: Platz

Gewöhnt an die verschörkelten Neuschwansteins Europas könnte sie einem sogar fast utilitaristisch, einfach vorkommen. Alles wirkt riesig, groß, luftig. Gegenüber der wuseligen, quirligen Stadt in der kaum Platz scheint für ein paar Füße größer als Schuhgröße 40 wirkt die verbotene Stadt wahnsinnig weitläufig.

Das Vorhergehende würde alles stimmen, hätte sich nicht erdrutschartig die Touristenmasse durch die Tore ergoßen. Jetzt hat man - während man inmitten dieser Menschflut steht - fast das Gefühl den letzten Kaiser im Grab rotieren zu hören, ob des Sakrilegs. Platz und Luftigkeit sind zumindest erstmal Vergangenheit. Vielleicht ist es aber auch nur das Geräusch tausender, pausenlos auslösender Handy-Kameras.

[caption id="attachment_483" align="alignnone" width="720"]Die Menge als Attraktion (Verbotene Stadt, Beijing) Die Menge als Attraktion (Verbotene Stadt, Beijing)[/caption]

Banause der ich bin, erscheint mir gerade diese Masse und ihre Bestandteile als die eigentliche Attraktion. Ich habe wohl noch niemals so viele Reisegruppen auf einem Haufen gesehen. Chinesische Reisegruppen sind interessant, nicht nur erscheinen sie auffällig homogen, sie haben auch einen Hang zur Uniformierung. Eine Gruppe scheint beispielsweise nur aus Paaren im fortgeschrittenen Rentenalter zu bestehen, deren Männer allesamt in beigefarbene Jacken gekleidet sind. Die ganze Gruppe trägt rote Mützen und türkisfarbene Polo-Shirts. Die Menschen scheinen ihr Schicksal seltsam unbeteiligt hinzunehmen.

[caption id="attachment_486" align="alignnone" width="720"]Unterwegs in der verbotenen Stadt (Beijing) Unterwegs in der verbotenen Stadt (Beijing)[/caption]

Wir wandern noch ein bisschen umher. Jedoch beschließt die Palastverwaltung plötzlich und scheinbar völlig willkürlich, dass nun genug ist. Wir hörent eine Durchsage: Die Verbotene Stadt schließt heute schon um 12:30 Uhr. Ein Schild vor dem Eingang wäre irgendwie nett gewesen.

Effektiv organisiert zumindest ist die Schließung: Sie funktioniert etwa wie in eine Fettpresse. Vom Eingang her marschieren Menschen mit Megafonen ein und brüllen die Masse so lange an, bis sie sich in Bewegung setzt. Die Megafonbrüller treiben alle vor sich her auf die hinten liegenden Ausgänge zu, wir werden kurz gequetscht und stehen wir wieder auf der Straße, mit dem Gefühl im Schnelldurchlauf verdaut worden zu sein.

[caption id="attachment_471" align="alignnone" width="720"]Kurze Entspannungspause (Verbotene Stadt, Beijing) Kurze Entspannungspause (Verbotene Stadt, Beijing)[/caption]

Wir könnten nun in den Park hinter der Verbotenen Stadt gehen und all die Reisegruppen ein zweites Mal bewundern. Wir entscheiden uns allerdings ausnahmsweise nicht dahin zu gehen, wo alle anderen sind. Mittagessen ist ja auch eine Attraktion, beschließen wir und begeben uns auf die Suche.

[caption id="attachment_480" align="alignnone" width="720"]Mahjong! (Beijing) Mahjong! (Beijing)[/caption]

Nach einem schmackhaften aber unspektakulärem Mittagessen und einem Abstecher zum Tian'anmen-Platz - auf dem '89 zwischen 300 und 3000 Menschen bei gewaltsam aufgelösten Protesten starben und auf dem heute nichts wirklich spektakuläres zu sehen ist - wollen wir Karten für eine Chinesische Oper besorgen. Die Oper finden wir zwar nicht, wandern dafür aber durch die kleinen Gassen eines recht interessanten Stadtviertels. Andi traut sich sogar in eine öffentliche Toilette und erzählt von zwischenwandlosen Hocktoiletten. Diese Attraktion spare ich mir.

[caption id="attachment_470" align="alignnone" width="720"]Nichts los? (Tianamen-Platz, Beijing) Nichts los? (Tianamen-Platz, Beijing)[/caption]

Nach dem Abendessen landen wir durch Zufall wieder in Houhai. Eigentlich wähnte ich uns irgendwo ganz anders, aber was soll's, trinken wir eben noch ein Bier. Oder Zehn. Zumindest fast, wäre nicht die vermaledeite Erkältung. Letztlich wird es Tee statt Bier.

[caption id="attachment_478" align="alignnone" width="720"]Der Mann mit den Fingern aus Edelholz (Beijing) Der Mann mit den Fingern aus Edelholz (Beijing)[/caption]

Auf dem Rückweg wünscht sich Andi eine Massage und natürlich gibt es hier auch einige Masseure, die auf der Straße ihrem Geschäft nachgehen. Zielsicher suche ich mir einen älteren Herren aus, der sich die Zeit damit vertreibt kopfhohe Kicks zu üben, die einem Shaolin-Mönch die Tränen in die Augen treiben würden.

Es stellt sich heraus, der Mann hat Finger geschnitzt aus Mahagoni und die Armmuskulatur eines sich von rohem Rinderhack ernährendem Gorillas. Zum Schluss bin ich stolz auf mich: Keinen einzigen Schmerzensschrei habe ich losgelassen.Wenigstens äußerlich.

Zum Abschied bitte ich ihn um einen Kick für die Kamera, er macht statt dessen einen spontanen Flick-Flack, bevor er sich ins Spagat fallen lässt. Ich überlege spontan ihn zu einem Besuch in der Taxischlange am Bahnhof zu überreden, aber dafür reichen weder mein Chinesisch noch sein Englisch.

Chinesische Mauer, noch ein Must-See. Man sieht sie übrigens nicht aus dem Weltraum und am nächsten Tag wird uns auch direkt klar, warum: Zum größten Teil ist die Mauer zwar da, aber nicht renoviert und daher komplett zugewachsen. Von oben muss das alles genauso grün aussehen wie die Umgebung. Mal abgesehen davon ist die Mauer mit acht bis zehn Meter Breite auch nicht breiter als eine handelsübliche Autobahn oder größere Landstraße und bis jetzt hat meines Wissens auch noch kein Astronaut begeistert von seiner Sichtung der A5 berichtet.

[caption id="attachment_476" align="alignnone" width="675"]Verdammt steil! (Mutianyu) Verdammt steil! (Mutianyu)[/caption]

Was alles nicht bedeutet, die Mauer sei nicht eindrucksvoll. Das ist sie ohne jeden Zweifel. Unsere erste Annäherung findet tatsächlich mit Hilfe einer Seilbahn statt. Im ersten Augenblick erscheint mir das ziemlich käsig, sobald wir aber erstmal mühelos über die steilen Hänge schweben löst sich das Missfallen in Wohlgefallen auf. Anstrengend genug wird es auch später noch. Die Mauer scheint hier genau auf dem Kamm der Berge zu laufen und entsprechend aberwitzig steil geht es manchmal zur Sache. Belohnt wird man mit grandiosen Ausblicken auf das sich bis zum Horizont schlängelnde Band der scheinbar endlosen Mauer.

Es ist diesig heute, was der Atmosphäre keinen Abbruch tut und das Erklettern der steilsten Abschnitte deutlich weniger schweißtreibend ausfallen lässt, als es bei Sonnenschein der Fall sein dürfte.

[caption id="attachment_485" align="alignnone" width="720"]Das endlose Band der Mauer verschwindet im Dunst (Mutianyu) Das endlose Band der Mauer verschwindet im Dunst (Mutianyu)[/caption]

Die Abfahrt treten wir tatsächlich in einer Sommerrodelbahn an. Okay, das ist wirklich käsig und leider scheinen die chinesischen Mädels vor uns so gar keinen Hang zur Geschwindigkeit zu haben. Zumindest trainiert es den Bizeps am Bremshebel.

Abends Pekingoper. Diesmal gebucht über das Hostel und zusammen mit einem Haufen anderen Touristen. Dafür mit englischen Untertiteln. Die brauche ich auch um aus den hohen Stimmen, den hüpfenden Tänzen und den phantastisch-absurden Kostümen irgendeine Art von Handlung extrahieren zu können.

Die erste Geschichte dreht sich um eine Frau die ein Boot chartert um ihren Liebsten einzuholen, was ihr schließlich gelingt. Bootsfahrt und Chartervertrag werden illustriert von wilden Pantomimen und trillerndem Gesang. Das Boot schaukelt - erkennbar am Wippen der Protagonisten - ganz furchtbar und der Bootsmann braucht diverse Anläufe bis sein Gefährt abgeleint ist. Sie beklagt die langsame Fahrt und das furchtbare Wasser er versichert ihr in guten Händen zu sein und schließlich ist der liebste Eingeholt.

Story Ende, nächste Story.

Eine Nymphe verliebt sich in einen Sterblichen. Er ist ein toller Gelehrter. Ein Gelehrter? Muss ja ein Märchen sein, denke ich mir. Ab an den Nymphenhof: Spontanheirat. Dem himmlischen Obermufti (der genaue Titel ist mir entfallen), wird das unverzüglich von seinen zwei dämonischen Handlangern verpetzt, woraufhin es zum Kampf kommt. Die Nymphe gewinnt, es wird gesungen, getanzt und mit Speeren geworfen. Der einzige Unbeteiligte ist der gelehrte Verursacher des ganzen Übels. Zum Schluss darf er zumindest nochmal sein Glück verkünden.

Während der akrobatischen aber langwierigen Kampfeinlagen muss ich kurz meine Augen ausruhen. Es waren lange, aber interessante Tage in Beijing. Dem Opern-Erlebnis tut die kurze Besinnungspause keinen Abbruch. Als ich wieder aufwache wird immer noch der gleiche Speer kunstvoll durch die Luft befördert.

[caption id="attachment_485" align="alignnone" width="720"]Freundlich blickende Türsteher (Beijing) Freundliche Türsteher (Beijing)[/caption]

Auf dem Heimweg resümieren wir. Beijing hat uns gut gefallen, es ist eine lebendige Stadt, mit eigenem Charakter. Wir haben die Menschen als gelassene und faszinierende Großstädter erlebt, die so gar nicht dem Klischee vom hektischen, aufdringlichen und drängelndem Chinesen entsprachen. Es mischt sich auch eine Portion Schwermut in unser Resümee. Vor uns liegt noch ein kurzer Abstecher nach Hongkong, bevor wir wieder nach Hause müssen.

Fast vier Wochen sind wie im Flug vergangen. Alle guten Dinge enden irgendwann.

Aber so bald?